Entwicklung der Pharma- / Chemieindustrie

Fabienne & Sofija-Elena

Die Ursprünge: 

Die Geschichte der Basler Chemie- und Pharmaindustrie begann im 19. Jahrhundert in der Textilbranche. Basel war damals eine Hochburg der Seidenbandweberei. Um die Bänder zu veredeln, siedelten sich zahlreiche Färbereien entlang des Rheins an, der das nötige Wasser für die Produktion und den Transport lieferte. Die Nachfrage der Textilindustrie so rasant, dass natürliche Farbstoffe bald nicht mehr ausreichten und Unternehmer suchten nach neuen, chemischen Lösungen.

Die chemische Revolution und die Arbeitswelt:

Der technologische Durchbruch gelang Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Erfindung der synthetischen Teerfarben (Anilinfarben). Der in Basel tätige Seidenfärber Alexander Clavel erkannte das Potenzial dieser Erfindung und begann 1859 mit der Herstellung des künstlichen Farbstoffs Fuchsin. Dies markiert historisch die Geburtsstunde der Basler chemischen Industrie. Aus diesen frühen Farbstoffproduktionen und den Zusammenschlüssen innovativer Chemiker und Unternehmer entwickelten sich in den folgenden Jahrzehnten die Weltkonzerne Ciba, Geigy und Sandoz.

Der Wandel zur Pharmazie:

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte der wegweisende Schritt in die Pharmazie. Die Basler Chemiker entdeckten, dass Nebenprodukte der Farbstoffherstellung oft fiebersenkende oder schmerzlindernde Wirkungen hatten. Das in der Farbherstellung gesammelte Wissen über chemische Synthesen wurde nun systematisch auf die Medizin angewendet. 1896 gründete Fritz Hoffmann-La Roche ein Unternehmen, das sich als erstes vollständig auf die standardisierte industrielle Herstellung von Arzneimitteln spezialisierte, was zu dieser Zeit komplett neu war.

Pharma und Chemieindustrie heute:

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts verlagerte sich der Schwerpunkt der Industrie in Basel zunehmend von der traditionellen Basischemie hin zu hochkomplexen Biowissenschaften. Ihre globale Bedeutung festigte die Stadt durch bedeutende historische Zusammenfügungen, wie den Zusammenschluss von Ciba-Geigy und Sandoz zur Novartis im Jahr 1996. Heute gilt die Region Basel offiziell als einer der weltweit führenden Standorte für pharmazeutische und biomedizinische Forschung.

Das Pharmazie Museum in Basel -> ein historisches Erbe

Geschichte

Das Pharmazie Museum befindet sich im Herzen der Basler Altstadt. Das Haus wurde 1316 erstmals erwähnt. Jedoch war es in der Vergangenheit Im Besitz von verschieden berühmten Personen, welche es für jegliche Funktionen genutzt haben. Seit dem Jahr 1924 ist dieses Haus bekannt als das Pharmazie Museum der Universität Basel. Dieses Museum hat einer der weltweit bedeutendsten Sammlungen der pharmaziehistorischen Objekte, mit dem Ziel die Geschichte der Pharmazie zur Geltung zu bringen.

Sammlung

Den Anfang hatte das Museum als Privatsammlung des Apothekers Josef Anton Häfliger für praktische Pharmazie und Pharmaziegeschichte. Damals hatte die Sammlung materielle Objekte noch eine grosse Bedeutung für die Forschung. Er überreichte 1925 seine ganzen Sammlungen von Medikamenten hin bis zu Büchern der Universität Basel. Mit dieser besonderen Sammlung in der pharmazeutischen Anstalt konnten man Studenten an die Pharmazie heranführen, wobei die Objekte als Lehrmittel gelten. Die Sammlung entstand zusammen mit der historischen Entwicklung in der pharmazeutischen Praxis, denn in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts befand sich die Pharmazie in einem allumfassenden Wandel.

Dauerausstellung

In der Dauerausstellung wird die Geschichte der Heilmittel und ihrer Herstellung preisgegeben und ist in seiner damaligen Form als wissenschaftliches Kabinett bis heute erhalten geblieben. Dabei kann man sich viele verschiedene Heilmittel anschauen, welche in der damaligen zeit für ihre Heilkonzepte gebraucht wurden. Wie beispielsweise ein verkohltes Eihörnchen und pulverisierte Mumien.

Ausserdem kann man zwei historische Laboratorien und drei Apotheken Einrichtungen bewundern. Zusätzlich kann man die bedeutende Sammlung pharmazeutischer Keramik, auch als Fayencen bekannt, inspizieren. Diese wurden früher für die Aufbewahrung von Rohstoffen und Arzneien verwendet.

Mission

Das Museum möchte bereit erhaltenen Pharmaziegeschichte bewahren, technischen Wandel dokumentieren und eine Schnittstelle der wissenschaftlichen Forschung in der Öffentlichkeit vermitteln. Besonders wert legen sie wert darauf autonom und unabhängig zu arbeiten.

Forschung

Im rahmen der Museums wird viel Forschung betrieben, Konferenzen gehalten und Bücher geschrieben. Aktuell werden mittels zwei Masterarbeiten die historischen Arzneimittel und Drogen aus der Sammlung des Pharmaziemuseums analysiert.

Bibliothek

Das Pharmaziemuseum besitzt auch eine wissenschaftliche Bibliothek, die Literatur zur Pharmazie und verwandten Wissenschaften beinhart. In dieser gibt es auch Informationen, welche ursprünglich nicht archiviert werden sollten, beispielsweise wie Arzneimittelkompendien, Werbeproschüren etc. Eine Benutzung ist nur auf Anfragen möglich, da es sich im eine Präsenzbibliothek handelt, also keine Bücher ausgeliehen werden dürfen. Jedoch ist die Benutzung kostenlos.

Universität Basel

Hierbei handelt es sich um eine Hochschule die international bekannt ist und sich besondern durch ihre Forschung und Lehre auszeichnet. Sie wurde 1460 gegründet und ist somit die älteste Universität der Schweiz. Die Universität hat sieben Fakultäten und hat dadurch ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Fachbereichen. Das Pharmazie Museum ist Teil des Department Pharmazeutischer Wissenschaften und ist in der Philosophischen- Naturwissenschaftlichen Fakultät angegliedert.

Quellen

https://pharmaziemuseum.ch/de

https://www.museenbasel.ch/de/museen/pharmaziemuseum-der-universitaet-basel

https://pharma.unibas.ch/de/museum

Von der Chemie zur Pharma – Metamorphose einer Schlüsselindustrie – Die Volkswirtschaft

Historisches Lexikon der Schweiz (HLS) – Schweizer Geschichte

Chemiemuseum Basel Tour1/Tour 1

https://baselsupercluster.com