Basel vereint die historische mit der modernen Architektur. Die Mischung von mittelalterlichen und visionären Gebäuden prägt das Stadtbild. Viele Bauten des 21. Jahrhunderts wurden von weltberühmten Architekten designt. Wie etwa Peter Zumthor, Diener & Diener und Michael Alder. Dank Carl Fingerhuth ist Basel seit 1980 eine bedeutende Architekturenstadt.
Novartis Pavillon
Der Novartis Pavillon auf dem Campus von Novartis in Basel gilt als ein modernes Beispiel innovativer Architektur. Das Gebäude wurde vom italienischen Architekten Michele De Lucchi entworfen und verbindet Wissenschaft, Technologie und Design miteinander. Besonders auffällig ist die kreisförmige Bauweise des Pavillons, die auf der Symbolik des Kreises basiert. Der Kreis steht für Energie, Verbindung und Austausch zwischen Menschen und Kulturen. Dadurch soll die Architektur selbst Offenheit und Inspiration vermitteln.

Die moderne Glasfassade und die grosse multimediale LED-Hülle machen den Pavillon zu einem futuristischen Gebäude. Die Fassade kann Bilder, Farben und Lichtanimationen darstellen und symbolisiert damit den wissenschaftlichen Fortschritt in der Biochemie und Medizin. Gleichzeitig erzeugen nachhaltige Technologien wie Photovoltaik-Elemente und energieeffiziente Systeme einen umweltfreundlichen Betrieb. Für seine innovative Architektur und die Verbindung von Wissenschaft, Nachhaltigkeit und Design erhielt der Novartis Pavillon bereits mehrere internationale Auszeichnungen und gilt heute als eines der bekanntesten modernen Gebäude Basels.

Im Inneren ist der Pavillon offen und flexibel gestaltet. Das Erdgeschoss dient als Empfangs- und Veranstaltungsbereich für Schulen, Besuchergruppen und wissenschaftliche Veranstaltungen. Im oberen Stockwerk befindet sich die Ausstellung „Wonders of Medicine“, die die Entwicklung von Medikamenten, die Geschichte der Medizin sowie die Zukunft der Gesundheitsforschung erklärt. Interaktive Wände, Projektionen und digitale Technologien schaffen dabei ein immersives Erlebnis, das Besucherinnen und Besucher direkt in die Welt der Wissenschaft eintauchen lässt.
Roche-Türme oder basler Identität?
Die beiden Türme sind die höchsten der Schweiz. Sie beherbergen die Büroräumlichkeiten und sind der Hauptsitz des globalen Pharmakonzerns Roche. Die Frima wurde 1896 in Basel gegründet und ist heute bekannt für ihre Tätigkeiten in der Biotechnologie, der Pharmaforschung und der Life Sciences.

Der Bau 1 wurde 2015 fertiggestellt und misst 178 Meter. Im Jahre 2022 hat der Bau 2 den ersten mit einer Höhe von 205 Metern überragt. Sie bestehen aus terrassierten Rücksprüngen, klaren Rasterfassaden, aus einer Glas- und Aluminiumstruktur wie aus horizontalen Schichtungen. Die gestaffelte Fassade reduziert die optische Massivität und wirkt wie übereingestapelte Volumen. Die Türme zählen dank ihrer energieeffizientn Kühlung, der Wärmerückgewinnung, die optimierte Tageslichtnutzung und die nachhaltige Gebäudetecknik zu den klimafreundlichsten Bürogebäuden der Welt.
„Dr Roche-Turm zeigt, wo Basel hüt stoht“
Die Türme gelten als eine basler Symbolik. Jahrhunderte war das Münster der höchste Punkt der Stadt. Doch die Roche-Türme haben ihn übertroffen. Sie stehen beide für ihre jeweilige Epoche. Während das Münster für die Geschichte der Stadt spricht, stehen die Roche-Türme für die wissenschaftliche Stärke.
„Früener het d’Kirche d’Stadt dominiert – hüt isch es d’Wüsseschaft.“

Die Glasfassaden öffnen den Blick in eine globale Zukunft. In ihnen steckt zudem die Innovation und die wirtschaftliche Macht einer ganzen Generation. Aber nicht nur für die Wissenschaft sind die Türme wichtig. Auch im alltäglichem Leben sind sie von Bedeutung. Sie dienen den Einwohner*innen als Orientierungspunkt. Die Bauten werden von der Altstadt, und der mittleren Brücke bis zum deutschen Ufer oder sogar dem Elsass gesichtet.
„Mir sind chli, aber mir spile weltwit mit.“
Myzel Tower – Nachhaltiges Bauen
Die Myzel Tower von den Architekten Christ und Gantenbein sollen eine ökologische Wende im Bauwesen beginnen. In sechs miteinander verbundenen Türmen mit bis zu 90 Metern Höhe und 30 Stockwerken sollen künftig rund 1500 Menschen in 550 Wohnungen leben.

Die Gebäude werden aus einer Holzrahmenkonstruktion und einem Textilgewebe aus Hanf, gefüllt mit pflanzlichen Abfällen und Myzel von Pilzen (Ganoderma), gebaut. Das Pilzmyzel wächst zu einer festen, schwammartigen Substanz heran, die wie Zement wirkt und eine organische, knochenähnliche Struktur bildet. Nach dem Wachstum wird das Material erhitzt und getrocknet.
Der Bau eines Geschosses dauert etwa 2–3 Monate, weshalb die Fertigstellung der Türme erst in 15 bis 20 Jahren erwartet wird. Durch ihre begrünte Fassade und vollständig kompostierbare Materialien sind die Myzel Tower vollständig CO₂-neutral und biologisch abbaubar – ein Symbol für nachhaltiges, lebendes Bauen.
Leider waren die Myzeltürme einen Aprilscherz des Jahres 2022. Nichtsdestotrotz gibt es schon nachhaltige Häuser in Basel. Zum Beispiel das Familienhaus, welches Wände aus Lehm hat. Es steht in Riehen. Alle für das Haus gebrauchte Materialien stammen aus den Umkreisen von 5 – 30 km von Riehen. Das Gebäude ist hundertprozentig regional und somit eines der ersten wahren schweizer Häuser.

Elettra und Amélie, 31.05.2026
Quellen:
- Architekturstadt Basel: Die 1980er als Wendepunkt – Architektur Basel
- Roche-Türme Basel
- «Myzel Towers» von Christ & Gantenbein: Organisch wachsendes Hochhauscluster aus Pilzen im St. Johann – Architektur Basel
- Maison Imho – Projets d’architecture – swiss-arc.ch
- Novartis Pavillon – AMDL CIRCLE
- Novartis Pavillon | Novartis Campus
- Auszeichnungen | Novartis Campus
